VirtualDJ: Setliste für die GEMA exportieren

Wenn ich nach einer Veranstaltung nachvollziehen möchte, welche Titel tatsächlich gelaufen sind, ist der History-Bereich von VirtualDJ die wichtigste Quelle. Dort führt VirtualDJ seine gespielten Titel nach Datum auf. Aus dieser Liste lässt sich anschließend eine CSV-, TXT- oder HTML-Datei erzeugen, die sich bequem in Excel kontrollieren oder an einen Kunden weitergeben lässt.

Wichtig ist allerdings eine Unterscheidung, die ich inzwischen genauer geprüft habe: Eine solche VirtualDJ-Liste ist nicht automatisch eine verpflichtende „GEMA-Setlist“. Die GEMA verlangt Setlists vor allem bei Livemusik. Bei einer reinen Tonträgerveranstaltung, also beispielsweise einer Party, bei der ausschließlich ein DJ MP3-Dateien oder andere Aufzeichnungen abspielt, ist nach aktueller GEMA-Information keine Setlist einzureichen. Die exportierte VirtualDJ-History bleibt trotzdem sehr nützlich – als Nachweis, Kundenunterlage oder Grundlage, falls bei einer Veranstaltung zusätzlich Livemusik vorkam.

Wo VirtualDJ die tatsächlich gespielten Titel speichert

VirtualDJ führt unter History eine chronologische Liste der gespielten Tracks. Die Einträge sind nach Jahr, Monat und Veranstaltungstag organisiert. Laut aktuellem VirtualDJ-Handbuch wird ein Titel standardmäßig erst dann in die History übernommen, wenn er mindestens 45 Sekunden auf einem Deck abgespielt wurde. Dieser Wert lässt sich über die Option historyDelay verändern.

  1. VirtualDJ öffnen.
  2. Im linken Browserbereich den Ordner History aufklappen.
  3. Jahr und Monat öffnen.
  4. Das Datum der gewünschten Veranstaltung auswählen.
  5. Im Dateifenster kontrollieren, ob die gespielten Titel vollständig erscheinen.

Zusätzlich zeigt VirtualDJ bei History-Einträgen die Abspielzeit an. Das hilft, wenn mehrere Veranstaltungen am gleichen Tag stattgefunden haben oder ein Titel nur kurz zum Vorhören geladen wurde.

History aus VirtualDJ als CSV exportieren

Für eine Weitergabe oder Bearbeitung eignet sich CSV meistens am besten, weil sich die Datei direkt in Excel, LibreOffice Calc oder Google Sheets öffnen lässt.

  1. Im History-Bereich mit der rechten Maustaste auf den gewünschten Veranstaltungstag klicken.
  2. Export beziehungsweise Export… wählen.
  3. Zum Bereich Text wechseln.
  4. Als Format CSV File (.csv) auswählen.
  5. Dateinamen und Speicherort festlegen und exportieren.

VirtualDJ kann Listen außerdem als TXT und HTML ausgeben. CSV ist aber besonders praktisch, wenn Interpret und Titel anschließend sortiert, geprüft oder ergänzt werden sollen.

Was ich vor der Weitergabe kontrolliere

Eine automatisch erzeugte History ist nur so gut wie die Metadaten der Musikdateien. Deshalb lohnt sich ein kurzer Blick auf die exportierte Datei.

  • Artist und Title: Sind Interpret und Titel richtig getrennt?
  • Leere Tags: Fehlen bei einzelnen MP3-Dateien Interpret oder Songtitel?
  • Remixe und Versionen: Ist eindeutig erkennbar, welche Version gespielt wurde?
  • Doppelte Titel: Ein Titel kann während eines Abends mehrfach gespielt worden sein. Für eine reine Dokumentation sollte das nicht automatisch als Fehler betrachtet werden.
  • Kurze Einspielungen: Titel, die kürzer als der eingestellte History-Zeitraum liefen, können in der History fehlen.

Wer muss eine Setlist bei der GEMA einreichen?

Hier muss zwischen Livemusik und einer reinen DJ-/Tonträgerveranstaltung unterschieden werden.

Veranstaltung mit Livemusik

Bei Livemusik ist grundsätzlich der Veranstalter für die Setlist verantwortlich. Nach Angaben der GEMA muss sie spätestens sechs Wochen nach dem Auftritt eingereicht werden. Der Veranstalter kann diese Aufgabe aber an die Musiker, die Band oder andere Beteiligte delegieren. Dafür kann im GEMA-Onlineportal ein Einreichungslink weitergegeben werden.

Reine DJ-Veranstaltung mit MP3, CD oder anderen Tonträgern

Für reine Tonträgerveranstaltungen schreibt die GEMA ausdrücklich, dass keine Setlist eingereicht werden muss. Das betrifft typische DJ- oder Discoveranstaltungen, bei denen ausschließlich aufgezeichnete Musik abgespielt wird.

Damit war eine frühere pauschale Aussage wie „der Kunde muss die DJ-Setlist an die GEMA senden“ zu ungenau. Bei einem normalen DJ-Abend kann die VirtualDJ-Liste zwar sinnvoll sein, sie ist aber nicht automatisch eine GEMA-Pflichtmeldung.

Wann ich die VirtualDJ-Liste trotzdem an den Kunden gebe

Auch ohne GEMA-Pflicht finde ich es sinnvoll, die Titelliste nach einer Veranstaltung aufzubewahren oder bei Bedarf an den Auftraggeber zu schicken. Sie kann beispielsweise helfen:

  • bei Rückfragen zu einem bestimmten Song,
  • bei der Vorbereitung einer ähnlichen Folgeveranstaltung,
  • als Dokumentation des musikalischen Ablaufs,
  • wenn bei derselben Veranstaltung zusätzlich Livemusik eingesetzt wurde,
  • bei späteren Nachfragen zu Musikwünschen oder gespielten Versionen.

Ein eindeutiger Dateiname wie 2026-09-11_Hochzeit_Erfurt_VirtualDJ-History.csv erleichtert das spätere Wiederfinden erheblich.

Wenn die History leer oder unvollständig ist

Fehlen Titel, sollte zuerst geprüft werden, ob sie lange genug abgespielt wurden. VirtualDJ verwendet standardmäßig eine Mindestspielzeit von 45 Sekunden. Außerdem lohnt sich ein Blick auf die History-Einstellungen und darauf, ob während der Veranstaltung tatsächlich mit derselben VirtualDJ-Datenbank gearbeitet wurde.

Wer regelmäßig auf mehreren Notebooks arbeitet, sollte gerade bei der History und der VirtualDJ-Datenbank auf eine saubere Synchronisation achten. Sonst kann es passieren, dass der gesuchte Verlauf auf einem anderen Rechner liegt.

Fazit

Die gespielten Titel lassen sich in VirtualDJ sehr komfortabel über History → Veranstaltungstag → Export als CSV sichern. Das ist die beste Grundlage für eine nachvollziehbare Titeldokumentation. Bei der GEMA ist jedoch entscheidend, welche Art von Veranstaltung vorlag: Bei Livemusik ist die Setlist Pflicht und grundsätzlich Sache des Veranstalters; bei reinen DJ-/Tonträgerveranstaltungen ist keine Setlist erforderlich.

Quellen und weiterführende Informationen