Viele ältere WordPress-Seiten wurden jahrelang im klassischen TinyMCE-Editor gepflegt. Beim Wechsel zu Gutenberg stellt sich deshalb nicht nur die Frage „Wie aktiviere ich den Block-Editor?“, sondern vor allem: Was passiert mit den alten Inhalten? Im ursprünglichen Arbeitsverlauf kamen genau diese Folgefragen: Wie überträgt man Classic-Editor-Inhalte in Blöcke, warum ist „In Blöcke umwandeln“ manchmal deaktiviert und kann man neue Inhalte bereits mit Gutenberg schreiben, während alte Beiträge vorerst klassisch bleiben?
Die gute Nachricht: Eine sofortige Komplettmigration ist nicht nötig. WordPress kann alte Inhalte weiterhin anzeigen und du kannst schrittweise auf den Block-Editor umstellen.
1. Gutenberg ist heute der normale WordPress-Editor
Der Block-Editor gehört seit WordPress 5.0 zum Core und ist bei normalen Installationen der Standard. Wenn auf deiner Website trotzdem ausschließlich der alte Editor erscheint, liegt das häufig an:
- dem offiziellen Plugin Classic Editor,
- einem anderen Plugin, das Gutenberg deaktiviert,
- einer Einstellung für bestimmte Beitragstypen oder
- einem alten Page Builder, der den Editor ersetzt.
2. Classic Editor nicht sofort löschen
Wenn eine ältere Website viele klassische Beiträge, Metaboxen oder Legacy-Plugins enthält, würde ich das Classic-Editor-Plugin nicht einfach deaktivieren und hoffen, dass alles passt. Sicherer ist ein kontrollierter Übergang.
Das offizielle Classic-Editor-Plugin erlaubt aktuell ausdrücklich, den Standardeditor festzulegen und – wenn gewünscht – Benutzern die Wahl des Editors pro Beitrag zu ermöglichen.
3. Wahl zwischen beiden Editoren erlauben
Wenn Classic Editor installiert ist, findest du die relevanten Einstellungen normalerweise unter:
Einstellungen → Schreiben
Dort kann festgelegt werden, welcher Editor Standard ist und ob Benutzer zwischen den Editoren wechseln dürfen.
Damit ist genau der Workflow möglich, der im ursprünglichen Chat gefragt wurde:
- neue Beiträge mit Gutenberg schreiben,
- alte komplexe Beiträge bei Bedarf zunächst im Classic Editor weiterpflegen.
4. Alte Inhalte im Block-Editor: der Classic Block
Öffnest du einen alten klassischen Beitrag im Block-Editor, kann der gesamte Inhalt zunächst in einem einzigen Classic Block erscheinen. Dieser Block ähnelt dem alten TinyMCE-Editor und bewahrt den bestehenden HTML-Inhalt.
Das ist kein Fehler und du musst ihn nicht zwingend sofort konvertieren.
5. „In Blöcke umwandeln“
Der aktuelle WordPress-Classic-Block besitzt weiterhin die Funktion Convert to blocks / In Blöcke umwandeln. WordPress versucht dann, das vorhandene HTML in Absätze, Überschriften, Listen, Bilder und andere native Blöcke aufzuteilen.
Bei einfachem Artikeltext funktioniert das oft gut.
6. Vor der Konvertierung eine Revision oder Sicherung haben
Bei wichtigen Beiträgen solltest du nicht blind konvertieren. Prüfe vorher, ob eine Revision vorhanden ist oder erstelle ein Backup. Danach:
- Classic Block auswählen.
- „In Blöcke umwandeln“ wählen.
- Struktur im Editor prüfen.
- Frontend in Desktop und Mobil kontrollieren.
- erst dann aktualisieren.
7. Warum die Konvertierung manchmal deaktiviert ist
Im ursprünglichen Verlauf war „Převést na bloky / In Blöcke umwandeln“ nicht verfügbar. Dafür gibt es mehrere mögliche Ursachen:
- Der ausgewählte Bereich ist gar kein normaler Classic Block.
- Ein Plugin kontrolliert den Editor.
- Der Inhalt stammt aus einem alten Page Builder beziehungsweise Shortcode-System.
- Der Beitrag wird weiterhin vom Classic-Editor-Plugin geöffnet und nicht im Block-Editor.
- das HTML enthält Strukturen, für die WordPress keine sichere Blocktransformation anbietet.
8. Nicht jedes alte HTML muss in Blöcke zerlegt werden
Wenn ein alter Beitrag sauber dargestellt wird und nur selten geändert werden muss, kann er problemlos als Classic Block bestehen bleiben. Eine Migration nur „weil Gutenberg moderner ist“ bringt keinen Nutzen, wenn dabei Layout oder Shortcodes beschädigt werden.
9. Alte GeneratePress Sections sind ein Sonderfall
Der ursprüngliche Chat erwähnte alte GeneratePress Sections von Tom Usborne. Solche historischen Layoutsysteme lassen sich nicht zuverlässig mit einem einzigen Klick in GenerateBlocks konvertieren.
Hier ist ein manueller Neuaufbau meist sauberer:
- alte Section-Struktur ansehen,
- entsprechende GenerateBlocks-Container anlegen,
- Text und Medien übernehmen,
- Abstände und Farben neu definieren,
- Frontend vergleichen.
10. Warum manueller Neuaufbau bei Layouts besser ist
Ein Page Builder speichert nicht nur Text, sondern auch Layoutlogik. Eine automatische HTML-Konvertierung erkennt möglicherweise Absätze und Überschriften, aber nicht zuverlässig die ursprüngliche Bedeutung von Spalten, Innenabständen, Breakpoints oder wiederverwendbaren Styles.
Für einfache Blogartikel ist Konvertierung gut. Für komplexe Landingpages ist kontrollierter Neuaufbau besser.
11. Neue Beiträge sofort mit Gutenberg schreiben
Es gibt keinen Grund, neue Inhalte weiter klassisch zu erstellen, nur weil alte Beiträge noch nicht migriert wurden. Gerade bei GeneratePress/GenerateBlocks ist es sinnvoll, neue Artikel direkt in einer sauberen Blockstruktur anzulegen.
So wächst der Anteil moderner Inhalte automatisch, ohne dass du tausende alte Beiträge auf einmal anfassen musst.
12. Migration nach Bedarf statt Massenaktion
Ein sinnvoller Ansatz für große Blogs:
- Neue Beiträge: immer Block-Editor.
- Alte Beiträge mit gutem Traffic: beim nächsten größeren Update in Blöcke überführen.
- Alte, selten bearbeitete Beiträge: unverändert lassen, solange sie korrekt funktionieren.
Dadurch investierst du Zeit dort, wo sie SEO- und Pflegevorteile bringt.
13. Erst Text konvertieren, dann Layout optimieren
Wenn du einen alten Artikel modernisierst, würde ich nicht gleichzeitig jede Designentscheidung ändern. Sinnvolle Reihenfolge:
- Inhalt sichern.
- Classic Block in native Blöcke umwandeln.
- Überschriftenhierarchie prüfen.
- Bilder und Listen kontrollieren.
- erst danach GenerateBlocks-Container, Callouts oder spezielle Layouts ergänzen.
14. Shortcodes kontrollieren
Viele alte Beiträge enthalten Shortcodes. Ein Shortcode kann weiterhin funktionieren, obwohl der Block-Editor ihn nicht in einen nativen Block verwandeln kann.
Prüfe deshalb, ob Shortcodes von Plugins stammen, die du weiterhin brauchst. Entfernst du später das Plugin, bleibt sonst unbrauchbarer Shortcode-Text im Beitrag zurück.
15. HTML-Blöcke nicht unnötig erzeugen
Ein häufiger Fehler bei Migrationen ist, den gesamten alten Inhalt einfach in einen Custom-HTML-Block zu kopieren. Damit sieht das Frontend zwar ähnlich aus, aber die eigentlichen Vorteile des Block-Editors – einzelne Absätze, Überschriften und Bilder separat bearbeiten – gehen verloren.
Wenn das HTML normaler Artikelinhalt ist, ist der Classic Block plus „In Blöcke umwandeln“ der bessere Ausgangspunkt.
16. Styles können sich nach der Konvertierung verändern
Der alte Editor speicherte möglicherweise Inline-Styles oder Plugin-spezifische Klassen. Native Blöcke verwenden andere Markups. Nach einer Konvertierung solltest du besonders prüfen:
- Textausrichtung
- Bildgrößen
- Abstände
- Tabellen
- Buttons
- benutzerdefinierte Klassen
17. Ungültige Blöcke
Wenn WordPress nach einer Migration meldet, ein Block enthalte „unerwarteten oder ungültigen Inhalt“, bedeutet das, dass gespeichertes HTML und erwartetes Block-Markup nicht mehr zusammenpassen.
WordPress bietet dafür Reparatur- beziehungsweise Konvertierungsoptionen. Nicht sofort „Block wiederherstellen“ klicken, ohne zu kontrollieren, welche Änderungen vorgeschlagen werden.
18. Gutenberg und GenerateBlocks sinnvoll trennen
Gutenberg ist der Editor und liefert die Grundblöcke. GenerateBlocks ergänzt leistungsfähigere Container, Grid-/Flex-Layouts, Buttons und Style-Systeme.
Für normale Fließtexte reichen oft die WordPress-Core-Blöcke. GenerateBlocks solltest du dort einsetzen, wo Layout und wiederverwendbares Design tatsächlich davon profitieren.
19. Nicht jeden Absatz in einen Container packen
Beim Neuaufbau alter Seiten entsteht leicht ein unnötig tiefer Blockbaum. Für normale Artikel ist eine einfache Struktur meist besser:
- Absatz
- Überschrift
- Absatz
- Liste
- Bild
Container nur für Abschnitte verwenden, die tatsächlich einen eigenen Hintergrund, Abstand oder ein besonderes Layout brauchen.
20. Block-Editor zunächst auf einer Kopie testen
Wenn die Website viele Jahre alt ist und unbekannte Plugins beziehungsweise Shortcodes enthält, teste den Wechsel zuerst auf Staging. Öffne dort einige typische Beiträge:
- einfacher Textartikel
- Artikel mit Galerie
- alte Landingpage
- Beitrag mit Shortcodes
- GeneratePress-Sections-Seite
Damit erkennst du, welche Inhaltstypen problemlos funktionieren und welche manuell migriert werden müssen.
21. Praktischer Übergangsplan
- Backup/Staging erstellen.
- Classic-Editor-Einstellungen so setzen, dass beide Editoren möglich sind.
- Neue Inhalte mit Gutenberg erstellen.
- Einfache alte Artikel bei Bearbeitung in Blöcke konvertieren.
- Komplexe alte Layouts nicht automatisch zerlegen.
- GeneratePress Sections bei Bedarf manuell mit GenerateBlocks neu bauen.
- nach jeder Migration Frontend und Mobilansicht prüfen.
Fazit
Der Wechsel vom klassischen Editor zu Gutenberg muss keine einmalige Großaktion sein. WordPress kann alte Inhalte als Classic Block weiterführen, während neue Beiträge bereits vollständig im Block-Editor entstehen. Einfache Classic Blocks lassen sich über „In Blöcke umwandeln“ konvertieren. Alte Builder-, Shortcode- oder GeneratePress-Sections-Inhalte sollten dagegen kontrolliert und häufig manuell mit GenerateBlocks neu aufgebaut werden. Ein schrittweiser Übergang ist bei gewachsenen Websites meist die sicherste und wirtschaftlichste Lösung.
Aktuell geprüft
Die aktuelle WordPress-Dokumentation bestätigt weiterhin den Classic Block mit „Convert to blocks“. Das offizielle Classic-Editor-Plugin erlaubt außerdem weiterhin, den Standardeditor festzulegen und Benutzern den Wechsel zwischen Classic und Block Editor zu ermöglichen.