WordPress: Weiterleitung von www auf die Hauptdomain finden und prüfen

Die Frage aus dem ursprünglichen Chat lautete: Wo erfolgt in WordPress die Weiterleitung von www auf die Domain? Die wichtigste Antwort darauf ist: nicht zwingend in WordPress selbst. Ob www.example.de auf example.de oder umgekehrt weiterleitet, kann an mehreren Stellen festgelegt sein. Genau deshalb findet man die Ursache häufig nicht auf Anhieb.

1. Zuerst prüfen: Welche Domain ist in WordPress als Hauptadresse eingetragen?

Gehe im WordPress-Backend zu Einstellungen → Allgemein. Dort stehen normalerweise zwei Felder:

  • WordPress-Adresse (URL)
  • Website-Adresse (URL)

Wenn dort https://example.de ohne www eingetragen ist, behandelt WordPress diese Adresse als kanonische Website-Adresse. Wird die Seite über https://www.example.de aufgerufen, kann WordPress beziehungsweise die vorgeschaltete Serverkonfiguration auf die hinterlegte Hauptadresse umleiten.

Steht dort dagegen die www-Variante, ist die Situation entsprechend umgekehrt.

2. Die Weiterleitung kann schon vor WordPress stattfinden

Sehr häufig liegt die eigentliche Umleitung beim Hostinganbieter. Dort kann eine Domain so konfiguriert sein, dass die www-Subdomain direkt per 301-Weiterleitung auf die Root-Domain zeigt. In diesem Fall erreicht die Anfrage WordPress möglicherweise gar nicht mehr.

Typische Stellen beim Hoster sind:

  • Domainverwaltung
  • Weiterleitungen / Redirects
  • Webspace-Ziel
  • SSL-/HTTPS-Einstellungen
  • Apache- oder nginx-Konfiguration

3. .htaccess prüfen

Bei Apache-Hosting kann eine Weiterleitung in der Datei .htaccess stehen. Klassische Regeln sehen beispielsweise so aus:

RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_HOST} ^www\.example\.de$ [NC]
RewriteRule ^(.*)$ https://example.de/$1 [R=301,L]

Solche Regeln sollten nicht blind ergänzt werden. Erst prüfen, ob Hosting, WordPress oder ein Plugin die Weiterleitung bereits erledigen. Doppelte Regeln können Redirect-Ketten oder Endlosschleifen erzeugen.

4. SEO-Plugins wie Yoast sind nicht automatisch die Ursache

Im ursprünglichen Chat kam direkt danach die Frage nach Yoast auf. Wichtig ist die Trennung: Yoast setzt kanonische URLs und viele SEO-Metadaten, ist aber nicht die typische Stelle, an der eine globale www-zu-non-www-Weiterleitung eingerichtet wird.

Ein Canonical-Tag ist zudem keine HTTP-Weiterleitung. Es teilt Suchmaschinen mit, welche URL bevorzugt werden soll, schickt den Besucher aber nicht automatisch auf eine andere Adresse.

5. Plugins für Redirects prüfen

Wenn ein Redirect-Plugin installiert ist, kann auch dort eine Regel liegen. Typische Kandidaten sind:

  • Redirection
  • Rank Math Redirects
  • Premium-Redirect-Funktionen anderer SEO-Plugins
  • Security- oder Cache-Plugins mit URL-Normalisierung

Suche dort nach Regeln, die auf die Domain selbst oder auf reguläre Ausdrücke wie ^www verweisen.

6. Reverse Proxy, CDN oder Cloudflare nicht vergessen

Wenn Cloudflare oder ein anderer Reverse Proxy vorgeschaltet ist, kann die Umleitung dort entstehen. Mögliche Stellen sind Redirect Rules, Page Rules, Bulk Redirects oder Transform Rules. Auch Hosting-CDNs können solche Regeln zentral verwalten.

Das ist besonders wichtig, wenn du in WordPress und in der .htaccess keine passende Regel findest, die Weiterleitung aber trotzdem zuverlässig stattfindet.

7. Wie du herausfindest, wo die Weiterleitung tatsächlich passiert

Der sinnvollste Weg ist, die HTTP-Antwort zu prüfen. Rufe die www-Variante auf und kontrolliere, ob ein 301 oder 308 zurückkommt und welches Ziel im Location-Header steht.

Das geht beispielsweise mit Browser-Entwicklertools im Reiter Netzwerk oder mit einem Redirect-Checker. So erkennst du auch, ob mehrere Weiterleitungen hintereinander stattfinden.

8. Redirect-Ketten vermeiden

Ein ungünstiges Beispiel wäre:

http://www.example.de → https://www.example.de → https://example.de

Besser ist möglichst eine direkte Weiterleitung:

http://www.example.de → https://example.de

Je weniger unnötige Zwischenschritte, desto sauberer für Browser, Suchmaschinen und Performance.

9. Welche Variante ist besser: www oder ohne www?

Für SEO gibt es keinen grundsätzlichen Ranking-Vorteil der einen Variante. Wichtig ist vor allem, dass du dich konsequent für eine Hauptadresse entscheidest und alle Alternativen dauerhaft darauf umleitest.

Die gewählte Variante sollte übereinstimmen in:

  • WordPress-Adresse
  • Website-Adresse
  • SSL-Zertifikat
  • Google Search Console
  • Sitemap
  • Canonical-URLs
  • internen Links

10. Vorsicht beim Ändern der WordPress-Adresse

Wer die URL-Felder in WordPress ändert, sollte wissen, was er tut. Eine falsche Änderung kann dazu führen, dass das Backend nicht mehr erreichbar ist oder Ressourcen über die falsche Domain geladen werden.

Vor Änderungen daher:

  • Backup erstellen
  • aktuellen Stand dokumentieren
  • prüfen, ob die Werte eventuell in wp-config.php fest definiert sind

11. Wenn die Felder in WordPress ausgegraut sind

Dann können Konstanten wie WP_HOME oder WP_SITEURL in der wp-config.php gesetzt sein. In diesem Fall lassen sich die Werte nicht normal im Backend ändern.

12. Nach einer Änderung Cache leeren

Nach Domain- oder Redirect-Änderungen sollten Browser-Cache, WordPress-Cache, Server-Cache und gegebenenfalls CDN-Cache geleert werden. Permanente 301-Weiterleitungen können zudem im Browser hartnäckig zwischengespeichert werden.

Fazit

Die Weiterleitung von www auf die Hauptdomain kann in WordPress, im Hosting, in der .htaccess, in einem Redirect-Plugin oder in einem vorgeschalteten CDN entstehen. Prüfe deshalb nicht nur das Backend, sondern den gesamten Weg der Anfrage. Der sauberste Zustand ist eine einzige bevorzugte Domain mit direkter permanenter Weiterleitung aller Varianten.