Bei WordPress-Websites reicht es nicht, nur klassische 404-Links zu prüfen. Gerade bei längeren Seiten gibt es auch interne Sprunglinks, Buttons, Anker, externe Verweise und Weiterleitungen, die technisch erreichbar wirken, für Besucher aber trotzdem ins Leere führen können. Im ursprünglichen Gemini-Material ging es deshalb nicht nur um einen Linkchecker, sondern ausdrücklich um die Frage, ob auch Sprünge innerhalb einer Seite geprüft werden.
Welche Linkarten sollte ein guter Check erfassen?
Für eine vollständige Prüfung solltest du mindestens vier Gruppen unterscheiden:
- Interne Links auf andere Beiträge, Seiten, Kategorien oder Dateien der eigenen Website.
- Externe Links auf fremde Domains.
- Sprunglinks beziehungsweise Ankerlinks wie
#kontaktoder#faq. - Weiterleitungen, die zwar funktionieren, aber unnötige Ketten erzeugen.
Viele WordPress-Linkchecker finden interne und externe HTTP-Fehler recht gut. Ankerlinks sind schwieriger, weil ein Server bei https://example.de/seite/#kontakt normalerweise nur die Seite selbst ausliefert. Ob das Element mit der ID kontakt tatsächlich existiert, muss der Crawler zusätzlich im HTML prüfen.
Cloud-Linkchecker oder lokal?
Im ursprünglichen Chat war ein wichtiger Punkt, dass einige Plugins eine Cloud-Verbindung oder Registrierung verlangen. Das ist technisch nicht automatisch schlecht, aber du solltest wissen, was dabei passiert.
Ein Cloud-Linkchecker sendet die zu prüfenden URLs an einen externen Dienst und verarbeitet die Ergebnisse dort. Vorteile sind oft geringere Serverlast auf WordPress und ein komfortables Dashboard. Nachteile können zusätzliche Datenschutz- und Abhängigkeitsfragen sein.
Wenn du nur einmalig eine Website aufräumen möchtest, ist deshalb ein Desktop-Crawler häufig die einfachere Lösung: installieren, Website crawlen, Bericht exportieren, Fehler korrigieren und das Tool danach wieder schließen.
WordPress-Plugins für einen einmaligen Check
Wenn die Prüfung direkt im Backend stattfinden soll, gibt es Linkchecker-Plugins, die Links in Beiträgen und Seiten erfassen. Dabei solltest du vor der Installation auf drei Punkte achten:
- Wird die Prüfung lokal auf deinem Server oder über eine Cloud durchgeführt?
- Wie hoch ist die Last bei vielen Beiträgen?
- Erfasst das Plugin nur HTTP-Statuscodes oder auch interne Anker?
Bei großen Websites kann ein dauerhaft aktiver Linkchecker unnötig Ressourcen verbrauchen. Für einen einmaligen Aufräumlauf ist es daher sinnvoll, das Plugin nach Abschluss wieder zu deaktivieren oder zu entfernen.
Desktop-Crawler sind oft die bessere Wahl
Im Gemini-Verlauf wurde deshalb auch nach Programmen ohne Cloud gefragt. Für technische Linkprüfungen sind Desktop-Crawler sehr praktisch, weil sie die Website von deinem Rechner aus abrufen und dabei interne Verlinkung, Statuscodes, Redirects und oft weitere SEO-Signale analysieren.
Ein bewährter Ansatz ist ein SEO-Crawler wie Screaming Frog SEO Spider. In der kostenlosen Variante reicht das Limit für viele kleinere und mittlere Websites bereits aus. Bei sehr kleinen Seiten genügt häufig auch ein einfacherer Offline-Linkchecker.
So führst du einen sauberen Linkcheck durch
- Starte mit der Hauptdomain in der kanonischen Variante, also genau der URL, die auch in WordPress und der Sitemap verwendet wird.
- Lasse interne HTML-Seiten vollständig crawlen.
- Filtere danach nach Statuscode 4xx und 5xx.
- Prüfe Redirects auf 3xx und suche nach unnötigen Weiterleitungsketten.
- Kontrolliere externe Links separat, weil fremde Server Crawler teilweise blockieren.
- Prüfe anschließend die Sprunglinks auf wichtigen Seiten gezielt.
Warum externe Links manchmal fälschlich als kaputt erscheinen
Ein externer Server kann automatisierte Anfragen blockieren, obwohl die Seite im Browser funktioniert. Typische Ursachen sind Bot-Schutz, Rate Limits, abweichende Antworten auf HEAD-Requests oder Login- und Cookie-Anforderungen.
Deshalb sollte ein gemeldeter externer Fehler immer noch einmal manuell im normalen Browser getestet werden, bevor du den Link entfernst.
Sprunglinks manuell prüfen
Bei Ankerlinks ist die häufigste Fehlerquelle eine nicht mehr passende ID. Ein Link auf #kontakt funktioniert nur, wenn im Zielbereich tatsächlich ein Element mit genau dieser ID existiert. Wird die Überschrift später umgebaut, kann der Link bestehen bleiben, obwohl der Anker verschwunden ist.
In Gutenberg und GenerateBlocks solltest du deshalb im Zielblock die HTML-Anker-Einstellung prüfen. Verwende eindeutige, stabile Namen ohne Leerzeichen.
Typische Fehler bei WordPress-Sprunglinks
- Der Link enthält
#kontakt, der Zielanker heißt aber#kontaktformular. - Ein Anker wurde doppelt vergeben.
- Ein Page Builder erzeugt eine ID dynamisch.
- Ein Sticky Header verdeckt die angesprungene Überschrift.
- Der Link verweist auf die falsche URL plus Anker.
Sticky Header: Link funktioniert, Ziel ist trotzdem weg
Besonders bei GeneratePress wirkt ein Sprunglink manchmal defekt, obwohl technisch alles stimmt. Ein fester Header kann die Zielüberschrift verdecken. Dann hilft CSS wie:
:target { scroll-margin-top: 100px; }
Oder gezielter an Anker-Elementen:
.entry-content [id] { scroll-margin-top: 100px; }
Den Wert musst du an die Höhe deines Headers anpassen.
Links nach einem Domain- oder Slug-Wechsel prüfen
Nach Umzügen, neuen Permalinks oder dem Zusammenlegen von Beiträgen entstehen besonders häufig interne Fehler. Verlasse dich dann nicht nur auf Redirects. Besser ist es, wichtige interne Links direkt auf die neue Ziel-URL umzuschreiben. So reduzierst du Weiterleitungen und hältst die interne Linkstruktur sauber.
Einmaliger Check oder dauerhafte Überwachung?
Für eine gewachsene Website ist ein einmaliger Vollscan sehr sinnvoll. Danach reicht meist eine regelmäßige Kontrolle in größeren Abständen oder nach umfangreichen Änderungen. Ein dauerhaft laufender Linkchecker ist nicht zwingend nötig, wenn nur selten Inhalte gelöscht oder URLs geändert werden.
Praktischer Ablauf für WordPress
- Website mit einem Crawler vollständig prüfen.
- 4xx-Fehler exportieren.
- Interne Links direkt korrigieren.
- Unvermeidbare alte URLs per 301 weiterleiten.
- Externe Fehler manuell verifizieren.
- Wichtige Sprunglinks separat testen.
- Nach den Korrekturen einen zweiten Crawl durchführen.
Fazit
Ein guter WordPress-Linkcheck besteht nicht nur aus der Suche nach 404-Fehlern. Interne Links, externe Ziele, Redirect-Ketten und Sprunglinks müssen unterschiedlich bewertet werden. Für einen einmaligen großen Check ist ein Desktop-Crawler oft die sauberste Lösung; für kleinere laufende Kontrollen kann ein WordPress-Plugin genügen.