Microsoft Word arbeitet beim Speichern mit temporären Dateien. Normalerweise merkt man davon nichts. Problematisch wird es, wenn der Speichervorgang nicht sauber abgeschlossen wird und die aktuellste Fassung plötzlich nur noch in einer Datei wie ~WRL3037.tmp steckt. Genau dieses Problem tauchte in mehreren meiner bisherigen Chats auf.
Das Problem
Typische Symptome sind:
- Änderungen landen scheinbar nicht im Originaldokument.
- Im Dokumentordner bleibt eine große
.tmp-Datei zurück. - Eine Datei mit einem Namen wie
~WRLxxxx.tmphat den neuesten Zeitstempel. - Nach einem Absturz oder fehlgeschlagenen Speichern fehlt die letzte Version im eigentlichen DOCX.
Zuerst: Die TMP-Datei sichern
Wenn eine verdächtige TMP-Datei den neuesten Stand enthält, sollte sie zunächst kopiert werden. Nicht direkt mit der einzigen vorhandenen Temp-Datei experimentieren.
- Word vollständig schließen.
- Die betreffende
.tmp-Datei auf den Desktop oder in einen separaten Rettungsordner kopieren. - Die Kopie umbenennen, zum Beispiel in
Rettung.docx. - Versuchen, die Datei in Word zu öffnen.
Funktioniert das normale Öffnen nicht, kann in Word über Datei → Öffnen → Durchsuchen die Funktion Öffnen und reparieren versucht werden.
Wo Word Wiederherstellungsdateien ablegt
Word kann Wiederherstellungsdateien an mehreren Stellen verwalten. Den für die eigene Installation eingestellten AutoWiederherstellungs-Pfad findet man zuverlässig direkt in Word unter Datei → Optionen → Speichern → Speicherort der AutoWiederherstellen-Datei. Microsoft dokumentiert ausdrücklich, dass dieser Pfad dort angezeigt und geändert werden kann.
Zusätzlich lohnt sich bei einem aktuellen Speicherproblem immer ein Blick in den Ordner des Originaldokuments sowie in den Windows-Temp-Ordner. Temporäre Arbeitsdateien können direkt neben dem eigentlichen Dokument liegen.
Ungespeicherte Dokumente über Word wiederherstellen
Für nicht regulär gespeicherte Fassungen bietet Word außerdem eine eigene Wiederherstellung:
- Word öffnen.
- Datei → Informationen aufrufen.
- Dokument verwalten wählen.
- Nicht gespeicherte Dokumente wiederherstellen öffnen.
- Gefundene Version öffnen und sofort mit Speichern unter sichern.
Nach einem unerwarteten Programmabbruch zeigt Word beim nächsten Start häufig automatisch den Bereich Dokumentwiederherstellung. Wenn mehrere Fassungen angezeigt werden, sollte man Datum und Uhrzeit vergleichen und im Zweifel mehrere Versionen öffnen.
Warum bleibt eine TMP-Datei übrig?
Eine zurückgebliebene Temp-Datei bedeutet meist, dass der normale Speichervorgang gestört wurde. In der Praxis kommen insbesondere folgende Ursachen infrage:
- Die Datei liegt auf einem Netzlaufwerk oder in einem synchronisierten Ordner.
- Ein Cloud- oder NAS-Synchronisierungsdienst greift gleichzeitig auf die Datei zu.
- Ein Virenscanner oder eine andere Anwendung hält die Datei kurzzeitig gesperrt.
- Ein Word-Add-In stört den Speichervorgang.
- Die Netzwerkverbindung wurde während des Speicherns unterbrochen.
- Word oder Windows wurde unerwartet beendet.
Fehler eingrenzen: lokal speichern
Wenn das Problem auf einem Synology-Drive-, OneDrive- oder Netzlaufwerk auftritt, ist ein einfacher Gegencheck sehr hilfreich: Dokument testweise in einen rein lokalen Ordner auf der SSD kopieren und dort mehrere Male speichern.
Tritt der Fehler lokal nicht mehr auf, liegt die Ursache wahrscheinlich nicht am eigentlichen Word-Dokument, sondern an Synchronisation, Netzwerk oder Dateisperren.
Word im abgesicherten Modus testen
Auch Add-Ins können beim Speichern dazwischenfunken. Zum Testen:
- Windows + R drücken.
winword /safeeingeben.- Das betreffende Dokument öffnen und mehrfach speichern.
Funktioniert das Speichern im abgesicherten Modus zuverlässig, sollte man die installierten COM-Add-Ins schrittweise deaktivieren und den Verursacher eingrenzen.
AutoWiederherstellung richtig einstellen
Microsoft weist darauf hin, dass AutoWiederherstellung kein Ersatz für normales Speichern ist. Trotzdem ist sie eine wichtige Absicherung. Unter Datei → Optionen → Speichern kann eingestellt werden, wie häufig Word Wiederherstellungsinformationen anlegt.
Wer an längeren Dokumenten arbeitet, sollte außerdem regelmäßig echte Zwischenstände speichern. Bei Dateien auf OneDrive oder SharePoint kann zusätzlich AutoSpeichern und der Versionsverlauf helfen.
Kurzlösung
Wenn die letzte Fassung nur noch in einer ~WRLxxxx.tmp-Datei steckt: Word schließen, die TMP-Datei kopieren, die Kopie testweise in .docx umbenennen und öffnen. Parallel in Word unter Datei → Informationen → Dokument verwalten nach nicht gespeicherten Fassungen suchen. Danach die eigentliche Ursache durch einen lokalen Speichertest, Prüfung der Synchronisation und einen Start mit winword /safe eingrenzen.