Google Fonts sind ein typischer Punkt bei WordPress-Datenschutzprüfungen, weil Schriftarten je nach Theme, Plugin und Konfiguration entweder lokal vom eigenen Server oder extern von Google geladen werden können. Im ursprünglichen Gemini-Material ging es genau um diese Frage: Complianz warnte vor Google Fonts, gleichzeitig wurden GeneratePress und GenerateBlocks genutzt und die Schriften sollten bereits lokal gehostet sein.
Die wichtigste Frage: Lädt deine Website überhaupt noch Fonts von Google?
Bevor du irgendein Plugin installierst oder CSS änderst, solltest du zuerst prüfen, was die Website tatsächlich macht. Eine Warnung im Consent-Plugin bedeutet nicht automatisch, dass der aktuelle Frontend-Aufruf noch externe Google-Fonts lädt.
Öffne die Website in einem privaten Browserfenster, drücke F12 und gehe zum Reiter Netzwerk. Lade die Seite neu und suche nach:
fonts.googleapis.comfonts.gstatic.com
Wenn keine Requests zu diesen Hosts erscheinen, werden die sichtbaren Schriften möglicherweise bereits lokal ausgeliefert.
Warum Complianz trotzdem Google Fonts erkennen kann
Ein Consent- oder Cookie-Scanner kann Hinweise aus verschiedenen Quellen finden: alte CSS-Dateien, Plugin-Code, bereits gecachte Seiten oder Ressourcen, die nur auf bestimmten Unterseiten geladen werden.
Deshalb reicht ein Test der Startseite nicht immer. Prüfe zusätzlich:
- Kontaktseite
- Formularseiten
- Blogbeiträge
- Seiten mit eingebetteten Drittanbieter-Elementen
- alte Landingpages oder Templates
GeneratePress und GenerateBlocks lokal nutzen
Wenn du in GeneratePress beziehungsweise GenerateBlocks die integrierte lokale Font-Verwaltung nutzt, sollten die Schriftdateien auf deinem eigenen Server liegen und von dort geladen werden. Entscheidend ist aber, dass du die lokal hinterlegte Schrift auch tatsächlich in deinen Global Styles, Typography-Einstellungen oder Block-Stilen verwendest.
Eine lokal installierte Schrift bringt nichts, wenn an anderer Stelle weiterhin eine externe Google-Font-Definition eingetragen ist.
Typische Stellen für externe Google Fonts
Externe Einbindungen können an mehreren Stellen versteckt sein:
- Customizer oder Theme-Typografie
- GenerateBlocks Global Styles
- zusätzliches CSS mit
@import - Page Builder
- Formular-Plugins
- Slider-Plugins
- ältere HTML-Blöcke
- Tracking- oder Marketing-Widgets
Besonders verdächtig sind CSS-Zeilen wie:
@import url('https://fonts.googleapis.com/...');
oder Stylesheets, die direkt auf fonts.googleapis.com verweisen.
So prüfst du die geladenen Schriftdateien
In den Browser-Entwicklertools kannst du im Netzwerk-Reiter nach dem Typ Font filtern. Dort siehst du, von welcher Domain die Dateien geladen werden.
Idealerweise stammen Dateien wie WOFF oder WOFF2 von deiner eigenen Domain oder einer von dir kontrollierten statischen Domain.
Lokale Fonts in GeneratePress sauber einrichten
Der genaue Menüpunkt hängt von der eingesetzten GeneratePress-/GenerateBlocks-Version ab. Grundsätzlich brauchst du:
- die gewünschte Schriftfamilie in der lokalen Font-Verwaltung
- die benötigten Schriftschnitte, etwa 400, 500, 600 oder 700
- die korrekte Zuweisung in den Typography- oder Global-Style-Einstellungen
- ein Neuladen beziehungsweise Leeren von CSS- und Seiten-Caches
Installiere nicht pauschal alle Schriftschnitte, wenn du nur zwei davon nutzt. Das reduziert unnötige Font-Dateien und verbessert die Ladezeit.
Warum eine Schrift lokal installiert, aber trotzdem nicht verwendet wird
Das kam auch in einem verwandten Gemini-Chat vor. Häufige Ursachen sind:
- Der lokale Font wurde zwar angelegt, aber nicht in der Typography ausgewählt.
- Ein alter Global Style überschreibt die neue Einstellung.
- Ein Font-Weight ist nicht lokal vorhanden und der Browser fällt auf eine andere Quelle oder Ersatzschrift zurück.
- Cache oder generiertes CSS enthält noch alte Werte.
- Ein Plugin lädt dieselbe Schrift zusätzlich extern.
Complianz: Integration nicht mit tatsächlicher Einbindung verwechseln
Wenn Complianz meldet, dass eine Integration aktiviert ist, heißt das zunächst, dass das Plugin für diesen Dienst eine passende Erkennung oder Blockierlogik kennt. Es beweist nicht automatisch, dass deine Website den Dienst auf jeder Seite verwendet.
Deshalb ist der Browser-Test wichtiger als eine reine Warnmeldung im Dashboard.
Was bedeutet „Google Fonts selbst hosten“ praktisch?
Selbst hosten bedeutet, dass die Schriftdateien auf deinem eigenen Webserver liegen und der Browser sie direkt von deiner Domain lädt. Dadurch entfällt der direkte Abruf der Font-Dateien von Google.
Technisch sieht die Einbindung meist über @font-face ungefähr so aus:
@font-face { font-family: 'Meine Schrift'; src: url('/wp-content/uploads/fonts/meine-schrift.woff2') format('woff2'); font-weight: 400; font-style: normal; }
Wenn GeneratePress oder GenerateBlocks die lokale Font-Verwaltung übernimmt, musst du solchen CSS-Code normalerweise nicht von Hand schreiben.
Cache nach Umstellung leeren
Nach einer Umstellung auf lokale Fonts solltest du mindestens folgende Caches leeren:
- WordPress-Cache
- Hosting-Cache
- CDN-Cache
- Browser-Cache
Danach erneut in einem privaten Fenster testen.
Google Fonts Test: lieber technisch als nur mit Online-Scannern
Online-Prüfer können hilfreich sein, aber sie sehen nicht immer jede dynamische Situation. Der verlässlichste technische Schnellcheck ist deshalb weiterhin der Netzwerk-Reiter des Browsers.
Wenn dort beim Laden einer Seite kein Request an Google Fonts erscheint, ist das ein starkes Signal dafür, dass die Schrift lokal geladen wird.
Mehrere Seiten prüfen
Ein häufiger Fehler ist, nur die Homepage zu testen. Wenn etwa ein Formular-Plugin oder ein Slider nur auf einer Unterseite eine externe Schrift lädt, bleibt das beim Startseiten-Test unentdeckt.
Teste deshalb typische Seitentypen und insbesondere Seiten mit Plugins, die eigene Frontend-Styles mitbringen.
Was Complianz nicht für dich entscheiden kann
Complianz kann beim Erkennen und Blockieren helfen. Ob eine Ressource wirklich lokal oder extern geladen wird, hängt aber von deinem Theme, deinen Plugins und deinen individuellen Einstellungen ab. Das Consent-Plugin ersetzt deshalb keine technische Kontrolle.
Fazit
Wenn du GeneratePress und GenerateBlocks nutzt, ist lokales Font-Hosting gut beherrschbar. Entscheidend ist nicht die bloße Existenz einer lokalen Schriftdatei, sondern dass im Frontend wirklich keine unnötigen Requests zu fonts.googleapis.com oder fonts.gstatic.com mehr entstehen. Genau das solltest du nach jeder Änderung im Browser kontrollieren.