Schutz vor Ransomware in einer Umgebung mit Acronis und einem Synology NAS

Der Schutz von Backup-Archiven (wie den .tibx-Dateien von Acronis) auf einem NAS vor Ransomware ist eine der wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen, da moderne Trojaner gezielt nach Backups suchen, um diese zu verschlüsseln oder zu löschen.

Hier sind die effektivsten Strategien, um deine Acronis-Sicherungen auf einem NAS zu schützen:

1. Acronis „Active Protection“ konfigurieren

Acronis verfügt über eine integrierte KI-basierte Technologie namens Active Protection. Diese überwacht Prozesse auf deinem PC in Echtzeit.

  • Selbstschutz: Stelle sicher, dass der Selbstschutz in den Einstellungen aktiviert ist. Er verhindert, dass Prozesse (außer Acronis selbst) die .tibx-Dateien verändern oder löschen.
  • Netzwerkfreigaben schützen: In den erweiterten Einstellungen von Active Protection kannst du festlegen, dass auch verbundene Netzwerklaufwerke überwacht werden. Versucht ein Virus von deinem PC aus, die Dateien auf dem NAS zu verschlüsseln, blockiert Acronis den Prozess.

2. Zugriffsberechtigungen einschränken (Wichtigster Schritt)

Ransomware kann nur verschlüsseln, worauf sie Zugriff hat. Wenn dein NAS als Netzlaufwerk (z.B. Z:\) dauerhaft im Windows Explorer eingebunden ist, ist es extrem gefährdet.

  • Kein permanentes Netzlaufwerk: Trenne das Netzlaufwerk. Gib in Acronis den Pfad zum NAS direkt über die IP-Adresse oder den Namen an (z.B. \\192.168.1.50\Backups).
  • Eigener Backup-Benutzer: Erstelle auf deinem NAS einen speziellen Benutzer (z.B. „AcronisUser“), der als einziger Schreibrechte auf den Backup-Ordner hat.
  • Anmeldedaten nur in Acronis: Hinterlege die Zugangsdaten für diesen Benutzer nur in der Acronis-Software, nicht im Windows-Anmeldeinformationsspeicher. So hat die Ransomware, die unter deinem normalen Windows-Benutzer läuft, keine Berechtigung, auf den NAS-Ordner zuzugreifen.

3. Unveränderliche Backups (Immutable Storage / Snapshots)

Da .tibx-Dateien auf einem normalen NAS-Dateisystem technisch gesehen veränderbar sind, kannst du die Funktionen deines NAS nutzen:

  • NAS-Snapshots: Wenn dein NAS (z.B. von Synology oder QNAP) Snapshots unterstützt (Btrfs oder ZFS Dateisystem), aktiviere diese für den Backup-Ordner. Selbst wenn eine Ransomware alle .tibx-Dateien verschlüsselt, kannst du den gesamten Ordner mit zwei Klicks auf den Stand von vor einer Stunde zurücksetzen.
  • WORM-Ordner: Manche modernen NAS bieten „Write Once Read Many“-Optionen an. Einmal geschriebene Backups können dann für einen festgelegten Zeitraum (z.B. 14 Tage) von niemandem gelöscht oder geändert werden – auch nicht von einem Administrator.

4. Die 3-2-1-Regel anwenden

Verlasse dich nicht nur auf das NAS. Wenn das NAS selbst gehackt wird (z.B. durch eine Sicherheitslücke im Betriebssystem des Herstellers), hilft auch Active Protection auf dem PC nicht.

  • Zweit-Backup in die Cloud: Nutze die Acronis Cloud-Sicherung für deine wichtigsten Daten. Diese ist durch „Immutable Storage“ von Haus aus vor nachträglicher Verschlüsselung geschützt.
  • Offline-Kopie: Schließe gelegentlich eine externe Festplatte an, lasse ein Backup laufen und ziehe den Stecker wieder („Air Gap“).