Ein Shelly Plug eignet sich sehr gut, um ein angeschlossenes Gerät automatisch neu zu starten. Statt den Stecker manuell zu ziehen, kann der Shelly die Stromversorgung kurz unterbrechen und danach wieder einschalten. Das ist zum Beispiel praktisch für Router, Soundbars, Streaming-Geräte oder andere Technik, die sich gelegentlich aufhängt.
Entscheidend ist die gewünschte Art des Neustarts: Soll er jeden Tag zu einer festen Uhrzeit stattfinden oder nur bei Bedarf ausgelöst werden? Für einen täglichen Reboot ist ein Zeitplan meist zuverlässiger als eine komplexe Szene.
Die einfachste Lösung: zwei Zeitpläne
Für einen täglichen Neustart um 6:00 Uhr kann der Shelly beispielsweise so programmiert werden:
- 06:00 Uhr: Steckdose ausschalten.
- 06:01 Uhr: Steckdose wieder einschalten.
Eine Minute Strompause ist für viele Geräte völlig ausreichend. Wer nur wenige Sekunden Unterbrechung benötigt, kann je nach Shelly-Generation und Firmware mit Timern, Skripten oder RPC-Befehlen arbeiten.
Zeitplan direkt am Shelly konfigurieren
Die Menüführung in der Shelly Smart Control App hat sich über die Jahre mehrfach verändert. Genau das war in meinem ursprünglichen Versuch das Problem: Beschreibungen mit Zahnrad, Szenen-Reiter oder bestimmten Symbolen passten nicht immer zur tatsächlich installierten iPhone-App.
Am stabilsten ist deshalb der direkte Weg über das Webinterface des Geräts:
- IP-Adresse des Shelly im Heimnetz ermitteln.
- Die IP-Adresse im Browser öffnen.
- Zum Bereich Schedules beziehungsweise Zeitpläne wechseln.
- Einen Zeitplan für Off anlegen.
- Einen zweiten Zeitplan für On anlegen.
- Gewünschte Wochentage auswählen und speichern.
Der Zeitplan wird im Gerät gespeichert. Dadurch funktioniert er in der Regel auch dann, wenn das iPhone gerade nicht erreichbar ist oder die App geschlossen wurde.
Timer und Zeitplan nicht verwechseln
In der Shelly-App gibt es sowohl Timer als auch Schedules. Das ist ein wichtiger Unterschied.
Ein Timer reagiert auf einen Schaltvorgang, zum Beispiel:
- nach dem Einschalten nach 30 Sekunden wieder ausschalten,
- nach dem Ausschalten nach 10 Sekunden wieder einschalten.
Ein Schedule dagegen arbeitet mit einer festen Uhrzeit, etwa täglich um 06:00 Uhr. Für einen geplanten Reboot ist daher ein Schedule normalerweise die passendere Funktion.
Kurze Strompause von nur 10 oder 20 Sekunden
Wenn eine Minute zu lang ist, gibt es mehrere Möglichkeiten. Bei neueren Shelly-Generationen können Skripte beziehungsweise die RPC-Schnittstelle genutzt werden. Dabei wird zunächst ausgeschaltet, kurz gewartet und anschließend wieder eingeschaltet.
Wer keine Skripte verwenden möchte, kann prüfen, ob die verwendete Firmware bei einem Ausschaltbefehl einen automatischen Rückschalt-Timer unterstützt. Wichtig ist, das Verhalten mit dem konkreten Modell zu testen, denn Shelly Gen1 und neuere Generationen unterscheiden sich bei API und Oberfläche.
Warum ich bei einem täglichen Reboot keinen komplizierten Cloud-Workflow bevorzuge
Ein fester Zeitplan direkt auf dem Gerät ist robuster. Je weniger Komponenten beteiligt sind, desto weniger Fehlerquellen gibt es. Eine Cloud-Szene kann von Internetzugang, Konto, App-Version oder Cloud-Erreichbarkeit abhängen. Ein lokal im Shelly gespeicherter Zeitplan ist für die einfache Aufgabe „um 6 Uhr aus, kurz danach wieder an“ meist ausreichend.
Vorher prüfen: Darf das angeschlossene Gerät hart vom Strom getrennt werden?
Nicht jedes Gerät sollte regelmäßig einfach stromlos gemacht werden. Bei Geräten mit laufenden Schreibvorgängen, Festplatten oder Datenbanken kann ein harter Stromabbruch problematisch sein.
Unkritischer sind typischerweise Geräte wie:
- einfache Netzwerkkomponenten,
- Streaming-Clients,
- Soundbars,
- bestimmte Smart-Home-Bridges.
Bei NAS-Systemen, PCs oder Geräten mit internen Speichern sollte ein kontrolliertes Herunterfahren bevorzugt werden.
Was passiert nach einem Stromausfall?
Zusätzlich sollte in den Shelly-Einstellungen das Verhalten nach Wiederkehr der Netzspannung geprüft werden. Je nach Modell gibt es Optionen wie On, Off, Last state oder eine definierte Einschaltlogik. Für einen Reboot-Stecker ist es meistens sinnvoll, dass der Ausgang nach einem echten Stromausfall wieder eingeschaltet wird.
Wenn der Zeitplan nicht ausgeführt wird
Dann prüfe ich diese Punkte:
- Stimmt die Zeitzone des Shelly?
- Ist die Uhrzeit des Geräts korrekt synchronisiert?
- Sind die richtigen Wochentage aktiviert?
- Ist der Zeitplan tatsächlich gespeichert und aktiviert?
- Ist der Shelly im richtigen Betriebsmodus?
- Wird der Ausgang möglicherweise durch eine andere Szene oder Automation direkt wieder umgeschaltet?
Alternative: Reboot nur bei Bedarf
Für einen manuellen Neustart kann auch eine Szene, ein Home-Assistant-Skript oder ein HTTP-/RPC-Aufruf genutzt werden. Dann genügt später ein Klick oder Sprachbefehl. Diese Variante ist sinnvoll, wenn das Gerät nur gelegentlich hängt und kein täglicher Neustart notwendig ist.
Fazit
Für einen regelmäßigen Reboot ist die einfachste Lösung meistens: einen Ausschalt-Zeitplan und kurz danach einen Einschalt-Zeitplan direkt im Shelly anlegen. Damit bleibt die Logik übersichtlich und unabhängig von einer ständig geöffneten App. Für sehr kurze Unterbrechungen lassen sich bei geeigneten Modellen Timer, Skripte oder die lokale API verwenden.