VirtualDJ Stems lassen sich nicht nur zum Isolieren einer Stimme verwenden. Im Live-Mix können einzelne Bestandteile eines Songs gezielt stummgeschaltet, mit einem anderen Deck kombiniert oder als Loop weiterverwendet werden. Dieser Beitrag konzentriert sich auf genau diese Live-Anwendung.
Wie sich Gesang als eigener Stem isolieren und als Sample weiterverwenden lässt, ist bereits ausführlich beschrieben: VirtualDJ STEMS: Gesang isolieren und separat verwenden. Deshalb wiederhole ich diesen Ablauf hier nicht.
Vocals im laufenden Deck stummschalten
Im Bereich der EQ-Regler kann auf die Stems-Ansicht gewechselt werden. Dort lässt sich der Bereich Vocals vollständig reduzieren beziehungsweise über den zugehörigen Kill-Schalter stummschalten. Die übrigen Songbestandteile laufen weiter.
Für die Tastatur wird der Befehl stem 'vocal' mute genannt. Soll ein bestimmtes Deck angesprochen werden, lautet das Beispiel deck 1 stem 'vocal' mute.
Instrumental auf einem Deck, Stimme auf dem anderen
Damit lässt sich ein Deck instrumental laufen, während auf einem zweiten Deck ein anderer Titel mit Stimme vorbereitet oder zugemischt wird. Als getrennte Bestandteile werden in den Notizen Vocals, Instruments, Bass und Drums genannt.
Ein Live-Mashup kann deshalb beispielsweise aus dem Instrumental eines Titels und den Vocals eines anderen bestehen. Ebenso können einzelne Bestandteile ausgetauscht werden, etwa die Drums eines bereits laufenden Tracks.
Stem-Loops und zusätzliche Samples
Ein einzelner Bestandteil kann isoliert, als Loop gespeichert und anschließend unter andere Songs gelegt werden. Als Beispiel wird eine Bassline genannt, die über vier Takte geloopt und anschließend im Sampler weiterverwendet wird.
Zusätzlich können Vocal-Samples aus dem Sampler in eine laufende Kombination eingebunden werden. Damit lassen sich vorbereitete Samples und live getrennte Songbestandteile miteinander verbinden.
Stems-Leistung an den Rechner anpassen
Die Echtzeit-Trennung benötigt Rechenleistung. Als Stellschrauben werden die Option stemsEngine sowie die Qualitätsstufen High und Fast genannt, wenn die Wiedergabe unter Last gerät.
Mehrere Aktionen per Makro bündeln
Die Notizen nennen außerdem Makros für mehrere aufeinanderfolgende Aktionen. Damit können Effekt- und Stem-Wechsel mit einem einzigen Tastendruck zusammengefasst werden. Für Automix werden zusätzlich die Analyse von BPM und Tonart als Grundlage genannt.
Der praktische Vorteil ist die klare Rollenverteilung: Ein Deck liefert das rhythmische oder instrumentale Fundament, ein zweites Deck die gewünschte Stimme oder einen weiteren Bestandteil. Stems werden damit zu einem Werkzeug für spontane Live-Kombinationen statt nur zu einer Funktion zum Entfernen von Gesang.