Synology Drive synchronisiert Dateien normalerweise automatisch im Hintergrund. Einen großen Knopf „Jetzt alles synchronisieren“ gibt es im Client nicht. Trotzdem lässt sich eine hängende oder pausierte Synchronisierung gezielt wieder anstoßen und systematisch prüfen.
Der schnellste Weg: Pause und Fortsetzen
Synology dokumentiert im Drive Client ausdrücklich die Funktionen Pause und Resume/Fortsetzen. Wenn eine Aufgabe grundsätzlich korrekt eingerichtet ist, aber scheinbar nicht weiterläuft, ist das der erste sinnvolle Test.
- Synology Drive Client öffnen.
- Betroffene Synchronisierungsaufgabe auswählen.
- Auf Pause klicken.
- Einige Sekunden warten.
- Auf Fortsetzen klicken.
Auch über das Synology-Drive-Symbol in der Windows-Taskleiste oder macOS-Menüleiste kann die Synchronisierung pausiert und wieder aufgenommen werden.
Was passiert dabei?
Der Client nimmt die vorhandene Aufgabe wieder auf und prüft weiter auf Änderungen. Das ist kein vollständiger Neuaufbau der Datenbank, aber oft ausreichend, wenn eine Aufgabe nur im Pausen- oder Wartezustand steckt.
Statussymbole verstehen
Synology Drive zeigt den Zustand des Clients über Symbole an. Laut aktueller Synology-Dokumentation stehen die Zustände sinngemäß für:
- Synchronisierung läuft
- Synchronisierung abgeschlossen
- Synchronisierung pausiert
Bevor weitere Maßnahmen ergriffen werden, sollte geprüft werden, ob die Aufgabe wirklich hängt oder nur bereits als synchronisiert gilt.
Einzelnen Unterordner wieder synchronisieren
Synology Drive erlaubt, die Synchronisierung einzelner Unterordner zu stoppen und später wieder fortzusetzen. Unter Windows beziehungsweise macOS kannst du dazu im lokalen Synchronisierungsordner mit der rechten Maustaste auf einen Unterordner klicken und über das Synology-Drive-Kontextmenü die Synchronisierung fortsetzen.
Das ist nützlich, wenn nicht die komplette Aufgabe betroffen ist.
Datei absichtlich ändern
Wenn du prüfen möchtest, ob der Client neue Änderungen noch erkennt, erstelle eine kleine Testdatei im synchronisierten Ordner oder ändere eine vorhandene Textdatei. Beobachte anschließend das Synology-Drive-Symbol.
Wird die Testdatei sofort übertragen, funktioniert die Synchronisierung grundsätzlich. Dann liegt das ursprüngliche Problem wahrscheinlich bei einzelnen Dateien oder Filtern.
Synchronisierungsaufgabe öffnen
Im Synology Drive Client findest du unter den Sync Tasks die vorhandenen Aufgaben. Dort solltest du kontrollieren:
- lokaler Ordner
- Remote-Ordner
- Verbindungsstatus
- Synchronisierungsrichtung
- Dateifilter
- Fehlermeldungen
Eine falsche Aufgabe lässt sich nicht durch häufiges Pause/Fortsetzen reparieren.
Dateifilter prüfen
Wenn nur bestimmte Dateien nicht übertragen werden, sind Filter eine häufige Ursache. Je nach Plattform und Drive-Version können Dateitypen, Größen oder Dateinamen ausgeschlossen sein.
Bevor ein Filter geändert wird, sollte geprüft werden, ob die fehlende Datei genau unter eine Ausschlussregel fällt.
On-demand Sync beachten
Bei On-demand Sync liegen Dateien nicht zwingend vollständig lokal vor. Der Explorer beziehungsweise Finder zeigt Platzhalter und Statussymbole.
Das kann den Eindruck erwecken, eine Datei sei nicht synchronisiert, obwohl sie korrekt in der Drive-Struktur vorhanden ist und erst bei Bedarf heruntergeladen wird.
Client und Server müssen sich erreichen
Wenn gar nichts mehr synchronisiert, prüfe zuerst die Verbindung zum NAS:
- Ist das NAS erreichbar?
- Ist Synology Drive Server gestartet?
- Funktioniert die Anmeldung im Drive-Webportal?
- Ist QuickConnect beziehungsweise die verwendete Serveradresse erreichbar?
- Hat sich das Zertifikat oder die Netzwerkadresse geändert?
QuickConnect kann für Drive Client verwendet werden
Synology führt Drive Client ausdrücklich als QuickConnect-unterstützte Desktop-Anwendung. Für normale Drive-Synchronisierung über das Internet kann deshalb eine QuickConnect-ID verwendet werden.
Das ist etwas anderes als SMB-Netzlaufwerke: SMB-Mapping wird von QuickConnect nicht direkt unterstützt.
Server-Port 6690
Synology Drive verwendet für direkte Synchronisierungsverbindungen den Dienst-Port 6690. Bei lokalen oder per QuickConnect vermittelten Verbindungen musst du ihn nicht in jedem Fall manuell konfigurieren.
Bei komplexen Firewalls oder direktem externem Zugriff ist der Port jedoch ein wichtiger Diagnosepunkt.
Wenn der Client „Aktuell“ meldet, obwohl Dateien fehlen
Dann sollte nicht sofort eine komplette Aufgabe gelöscht werden. Prüfe zuerst:
- Ist die Datei im richtigen lokalen Ordner?
- Ist der richtige Remote-Ordner verbunden?
- Wird der Dateityp gefiltert?
- Ist der Unterordner vielleicht separat pausiert?
- Gibt es einen Konflikt oder eine umbenannte Datei?
Benachrichtigungen ansehen
Synology Drive Client führt Benachrichtigungen und Fehlermeldungen. Dort stehen oft konkrete Hinweise auf nicht synchronisierbare Dateien, Berechtigungsprobleme oder Verbindungsabbrüche.
Diese Hinweise sind aussagekräftiger als ein pauschaler Neustart.
Berechtigungen auf dem NAS
Der Benutzer der Drive-Verbindung benötigt Zugriff auf den betreffenden Team-Ordner. Wurde die Berechtigung auf dem NAS geändert, kann eine bestehende Aufgabe plötzlich nur noch teilweise funktionieren.
Dann in DSM die Rechte und die Freigabe des Team-Ordners kontrollieren.
Team-Ordner weiterhin aktiv?
In der Synology Drive Admin Console muss der betreffende gemeinsame Ordner als Team-Ordner aktiviert sein. Wird er deaktiviert, kann der Client die bisherige Synchronisierung nicht normal fortführen.
Client neu starten
Wenn Pause/Fortsetzen nicht hilft, Synology Drive Client vollständig beenden und neu starten. Das ist ein sinnvoller nächster Schritt, bevor die Aufgabe gelöscht wird.
Windows neu starten?
Ein kompletter Windows-Neustart kann festhängende Dateisystem- oder Explorer-Erweiterungen beseitigen, sollte aber nicht die erste Standardlösung sein. Zuerst Clientstatus und Aufgabenfehler prüfen.
Aufgabe nicht vorschnell löschen
Das Löschen und Neuerstellen einer großen Synchronisierungsaufgabe kann einen umfangreichen Neuabgleich auslösen. Das kostet Zeit und kann bei falscher Richtungswahl unerwünschte Änderungen erzeugen.
Deshalb erst alle einfacheren Ursachen ausschließen.
Wenn wirklich ein Neuabgleich nötig ist
Vor dem Neuerstellen der Aufgabe prüfen:
- welche Seite als maßgeblicher Datenbestand gilt,
- ob lokale ungesicherte Änderungen existieren,
- welche Synchronisierungsrichtung gewählt werden soll,
- ob genügend Speicherplatz vorhanden ist.
Bei wichtigen Daten vorher Backup anlegen.
Typische Fehlerquellen
- Aufgabe ist pausiert.
- Unterordner wurde separat gestoppt.
- Dateifilter schließt die Datei aus.
- Team-Ordner ist deaktiviert.
- Benutzerrechte wurden geändert.
- NAS oder QuickConnect ist nicht erreichbar.
- On-demand Sync wird mit fehlender Synchronisierung verwechselt.
Empfohlene Reihenfolge
- Status im Drive Client prüfen.
- Pause und Fortsetzen.
- betroffenen Unterordner kontrollieren.
- Testdatei anlegen.
- Benachrichtigungen und Filter prüfen.
- Serververbindung und Rechte prüfen.
- Client neu starten.
- erst ganz zuletzt Sync-Aufgabe neu erstellen.
Fazit
Synology Drive besitzt keinen separaten „Jetzt synchronisieren“-Knopf, aber eine Synchronisierung lässt sich sehr wohl gezielt wieder anstoßen. Am sinnvollsten ist zunächst Pause/Fortsetzen. Einzelne Unterordner können ebenfalls wieder aufgenommen werden. Wenn das nicht reicht, sollte nicht blind neu eingerichtet werden, sondern Aufgabenstatus, Filter, Team-Ordner, Berechtigungen und Serververbindung systematisch geprüft werden.