Ping-Tools unter Windows: ping, PsPing, hrPING und Alternativen

Ohne Ping wäre die Fehlersuche im Netzwerk deutlich unangenehmer. Aber der klassische Windows-Befehl ping beantwortet nur einen Teil der Fragen. Für Porttests, feinere Zeitmessungen oder längere Messreihen braucht man zusätzliche Werkzeuge.

Der Windows-Befehl ping

ping sendet ICMP-Echo-Anfragen und misst, ob ein Ziel auf IP-Ebene erreichbar ist und wie lange die Antwort benötigt. Besonders nützlich sind die Parameter -t für dauerhaftes Pingen, -n für eine feste Anzahl von Paketen, -4/-6 für die IP-Version und unter IPv4 -f für Tests rund um Fragmentierung und MTU.

Wichtig: Ein fehlgeschlagener Ping beweist nicht automatisch, dass ein Server oder Dienst offline ist. Firewalls können ICMP blockieren, während HTTPS, SMTP oder andere TCP-Dienste weiterhin funktionieren.

Wenn Ping auf die IP funktioniert, aber nicht auf den Namen

Dann liegt der Verdacht nahe, dass nicht die Verbindung selbst, sondern die Namensauflösung das Problem ist. In diesem Fall prüfe ich zusätzlich nslookup bzw. DNS, statt minutenlang nur weiterzupingen.

PsPing für TCP und genauere Messungen

Microsoft stellt mit Sysinternals PsPing ein deutlich mächtigeres Werkzeug bereit. Neben ICMP kann PsPing TCP-Verbindungen testen sowie Latenz- und Bandbreitenmessungen durchführen. Das ist besonders hilfreich, wenn ein Dienst auf einem konkreten Port geprüft werden soll.

Beispiel: Statt nur zu fragen, ob ein Host grundsätzlich reagiert, kann ein TCP-Test prüfen, ob beispielsweise Port 443 erreichbar ist. Damit kommt man bei Web-, Mail- und VPN-Problemen meist schneller zur Ursache.

hrPING und andere Spezialwerkzeuge

hrPING war und ist für Administratoren interessant, die sehr kurze Intervalle, viele Messpunkte oder eine feinere Zeitauflösung benötigen. Bei langfristigen Tests sollte man allerdings nicht blind mit extrem kurzen Intervallen arbeiten: Das erzeugt unnötige Last und kann Messergebnisse verfälschen.

Mein praktischer Ablauf

  1. IP testen: Reagiert die Ziel-IP?
  2. Namen testen: Funktioniert derselbe Test mit dem Hostnamen?
  3. DNS prüfen: Stimmen A/AAAA-Einträge und Auflösung?
  4. Port prüfen: Ist der benötigte TCP-Port tatsächlich erreichbar?
  5. Route prüfen: Bei Wegproblemen mit tracert oder pathping weiterarbeiten.
  6. Länger messen: Bei sporadischen Aussetzern PsPing oder ein Monitoring-System verwenden.

Fazit

Der normale Windows-Ping bleibt ein hervorragender erster Test. Für moderne Fehlersuche reicht er allein aber oft nicht aus. Besonders PsPing ergänzt ihn sinnvoll, weil damit neben ICMP auch TCP-Verbindungen und Latenzen gezielt untersucht werden können.

Quellen: Microsoft Learn – Windows-Befehl ping; Microsoft Sysinternals – PsPing.

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